Der 18-jährige Steve Winkler übernimmt Vorstandsarbeit.

Andere Vereine dürften derzeit besonders neidisch auf den VolksSportVerein (VSV) 1977 Borna schauen. Denn dem ist gelungen, was andere immer wieder versuchen: einen Jugendlichen zu finden, der die Vorstandsarbeit nicht scheut. Steve Winkler ist gerade 18 Jahre alt und seit wenigen Wochen Jugendwart des Vereins.


Zwei Gründe führt Winkler an, die ihn bewogen haben, Verantwortung zu übernehmen: Zum einen war er durchaus motiviert, mehr für den VSV zu tun, zum anderen hatte er einen guten Lehrmeister: Olaf Kämpfner, bisheriger Jugendwart, gab Winkler das entsprechende Rüstzeug mit. Der Jugendliche selbst ist seit nunmehr sechs Jahren Vereinsmitglied der Sparte Schwimmen und trainiert sei gut zwei Jahren den Wassernachwuchs. Die Vorstandsarbeit hingegen wird für ihn ein neues Feld, zwar hat er erste Sitzungen bereits hinter sich und viele Kinder und Jugendliche kennen ihn bereits als Trainer. Dennoch muss er sich künftig als Interessenvertreter behaupten. „Was mich anspornt, ist der Anreiz, für die Kinder da zu sein, Fragen zu beantworten, ihnen zu helfen, im Verein Fuß zu fassen“, sagt Winkler.
Die Herausforderung für den jungen Mann ist sicherlich keine kleine. Immerhin ist der VSV mit mehr als 600 Mitgliedern der größte Verein Bornas und bietet Freizeitbeschäftigungen für etwa 200 Heranwachsende. Das Spektrum der Sportarten, bei denen Nachwuchs gerne gesehen ist, reicht von Fußball über Volleyball bis hin zu Schwimmen und Kindersport. Viel Arbeit liegt vor Winkler, der dieser Wochen unterwegs ist, um sich in allen Gruppen vorzustellen. Damit ist das Pensum aber bei weitem nicht erreicht. Derzeit macht der Jugendwart die Ausbildung zum Erwerb der Lizenz Übungsleiter C, die immerhin 124 Lerneinheiten umfasst.
Bekannte und Freunde von ihm waren mehr als verwundert, als er erzählte, als Jugendwart den Vorstand zu verstärken. „Kaum jemand aus meinem Umfeld würde das machen, denn neben der Verantwortung hängt ja auch viel Zeit dran“, begründet er. Für ihn allerdings seien sowohl der Sport als auch die Vorstandsarbeit ein schöner Ausgleich zur Büroarbeit. Winkler absolviert gerade sein zweites Lehrjahr zum Verwaltungsfachangestellten beim Landratsamt Landkreis Leipzig – und ist nachmittags im Jahnbad, auf dem Fußballfeld oder in den Turnhallen unterwegs. 
Uwe Bergbauer, Vorsitzender des VSV, würde sich sehr freuen, wenn noch andere Jugendliche den Mut hätten, sich im Vorstand zu engagieren. Denn sowohl für ihn als auch für Issi Zimmerlich, die zweite Vorsitzende, hat die letzte Amtszeit in der Funktion begonnen. Beide hatten bei der vergangenen Mitgliederversammlung betont, nur noch vier Jahre zur Verfügung zu stehen. „Dann müssen junge Gesichter ran“, so Bergbauer.